SUSAN BOYLE “I DREAMED A DREAM”

 

 

Susan Boyle - I Dreamed A Dream sc

Das Debut Album von Susan Boyle wurde am 23. November weltweit veröffentlicht, die deutschen Musikfans mussten sich (wie meistens) wieder mal gedulden, denn die CD erschien hierzulande erst 14 Tage später. Trotzdem noch rechtzeitig genug für den Einsatz beim Weihnachtsfest, weil die meisten der 12 Songs eine warme und intensive Atmosphäre verursachen. Und was hat die CD der schottischen Debütantin mit Otto Rehagel zu tun?

 

 

 

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TITELVERZEICHNIS:

Wild Horses
I Dreamed A Dream
Cry Me A River
How Great Thou Art
You’ll See
Daydream Believer
Up To The Mountain
Amazing Grace
Who I Was Born To Be
Proud
The End Of The World
Silent Night

Time

4:55
3:11
2:43
3:13
4:43
3:20
3:32
3:35
4:10
3:22
3:16
3:00

Note

2
1,875
1,75



1,5
1,875
1,75

 

Weil sie mich an einen Spruch des Fussballtrainers erinnert, den ich hier leicht abwandeln möchte. “Es gibt keine alten oder junge Sängerinnen, sondern nur weniger Talentierte (ich verwende hier das Wort “schlecht” mit Absicht nicht, weil jede(r) singende Mensch seine eigene Art hat, zu singen) und Gute”. Wobei das Wörtchen “gut” auch nicht so richtig zutrifft auf die schottische Sängerin, denn sie hat einfach eine klasse Stimme!

Gleich zu Beginn der CD versucht sie sich an einer schwierigeren Ballade: “Wild Horses” von den Stones. Und WIE sie die Aufgabe löst! Very british, very gefühlvoll - DIE Dame kann singen! Selten habe ich diesen Song (im Original auf der 71er “Sticky Fingers”) so zart und zerbrechlich gehört.

Beim Titelsong “I Dreamed A Dream” legt sie noch eine Schippe drauf. Der Musical-Song (aus “Les Miserables”, im Original gesungen von Patti LuPone) passt auch hervorragend zu ihrer Art zu singen. Schon beim dritten Stück “Cry Me A River” sorgt allein der violineske Einstieg für Gänsehaut. Entwickelt sich zum leichten Barjazz, sie singt locker - die Musik swingt bedächtig und als Zuhörer kann man sich genau vorstellen (und hören) wie sie intuitiv ihre Seele mitbaumeln lässt beim Refrain nach der zweiten Strophe, sie schliesst jetzt wahrscheinlich die Augen, wenn sie die höheren Noten singt, aber sie versteht es gekonnt , ihre Stimme so ein zu setzen, dass die ruhige Struktur des Songs erhalten bleibt. Nuanciert erinnert sie mich hier sogar ganz kurz an die grosse Ella Fitzgerald.

Und dann wird es ganz ruhig - fast kathedralisch ruhig - “How Great Thou Art” - ein toller Song! Das Lied wurde ursprünglich 1885 vom Schweden Carl Gustav Boberg geschrieben, dann später ins Englisch übersetzt und um zwei Strophen ergänzt. Erinnert mich an das grosse “Amazing Grace” - hat weihnachtliches Flair, das vom nachfolgenden “You’ll See” noch verstärkt wird. Diesen Song spielen, wenn der Tannenbaum angezündet :-) wird, und jedem Zuhörer stehen die Tränen in den Augen. 100 Pro! Der Song wurde im Original von Madonna (auf ihrem 1995er Balladen-Album “Something To Remember“) gesungen. Steigt jetzt in dieser von Susan Boyle gesungenen Version auf in die Champions League.

Gut, dass die Stimmung dann etwas auf gelockert wird mit dem Monkees- Cover “Daydream Believer”. Dave Arch begleitet Susan Boyle in dieser zur Ballade umarrangierten 60ies Hymne am Piano. Der Song “Up To The Mountain” hat eine besondere Geschichte. Komponiert (und auch gesungen) hat ihn die Songwriterin Patty Griffin. In den Text sind die Grundelemente einer Rede von Martin Luther King, Jr. eingearbeitet, die er einen Tag vor seiner Ermordung gehalten hatte. Hier in der Fassung ist es ein wunderschöner Gospel-Song. Susan Boyle zieht hier alle Register ihres Tonumfangs. “Amazing Grace” - noch ein Lied mit hervorragendem Arrangement von Dave Arch für die besinnliche Stimmung. Wenn nach 01:40 Minuten die LJ Singers chorgewaltig einsetzen, ist man einfach hin und weg.

Wisst Ihr, wie die Grossnichte der berühmten Judy Garland heisst? Da bin ich auch baff, wie klein die Welt doch ist. Audra Mae heisst sie, hat den folgenden ruhigen Song “Who I Was Born To Be” mitkomponiert (sie singt auch selbst die Background Vocals), in dem Susan Boyle zur Höchstform aufsteigt. Der Song erfährt zwei dramaturgische Steigerungen: Einmal wenn nach 01:38 die Tonart von G-Dur auf A-Dur transponiert wird, dann wieder, wenn nach 3 Minuten der Chor einsetzt. Nach zwei weiteren langsamen Stücken kommt dann noch - passend zur Jahreszeit - die obligatorische ”Silent Night

FAZIT:

Wenn mir vor dem Anhören der Platte jemand gesagt hätte “Hier hast Du ein Balladen-Album - hör Dir es an, es ist gut”, wäre er von mir mit einem Spruch wie “Nein danke! Ich habe eigentlich keine Einschlafprobleme” belohnt worden. Ein Zeitungsartikel hat mich dann aber (zum Glück) neugierig gemacht auf Susan Boyle’s Debut Album - und ich, der bei Balladen sonst immer hyperaktiv kribbelig wird, stelle fest, dass ich schon lange nicht mehr so viel Vergnügen mit einer ruhigen Begegnung dieser Art gehabt habe. Die 48jährige schottische Sängerin Susan Boyle liefert zum Ende des Jahres 2009 ein sehr gutes Pop-Album ab.

Produced by Steven Mac, Simon Cowell

Personal (Auszug):
Steve Mac: piano, keyboards, synthesizer
Dave Arch: piano, organ, string arrangements
Guitars: John Paricelli
Bass: Steve Pearce (on # 9)
Mae McKenna (background vocals)
Chris Laws(drums); drums on # 3 by Ralph Salmins

Veröffentlichung: 23. November 2009 (Sony Music) (TOTAL TIME: 42:59)

Webseite: http://www.susanboylemusic.com/de/

KAUFEMPFEHLUNG:  KKKKKKKKKK

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